Pollenquellen in Weser-Ems (Niedersachsen)

 

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Gattung: Fichte (Picea)

       

Familie: Kieferngewächse (Pináceae)                                                                           

 

Die Fichte gehört zusammen mit den ebenfalls immergrünen Gattungen Tanne (Abies), Kiefer (Pinus), Douglastanne (Pseudotsuga) und Hemlocktanne (Tsuga) sowie der sommergrünen Lärche (Larix) zur nacktsamigen Familie der Kieferngewächse (Pináceae).

 

Die Fichte ist in Deutschland vor allem durch die rotborkige Fichte i.e.S. (= Gemeine Fichte, Rot-Fichte o.Rottanne, P.ábies)

vertreten. Sie ist häufig und bestandsbildend (Fichtenwald) und wächst ursprünglich nur in der subalpinen Region der Gebirge. Im Rahmen der Forstwirtschaft wurde sie wegen ihres schnellen Wachstums auch im Tiefland angebaut und gilt damit als weit verbreitet.

 

Neben der eben genannten heimischen Fichte werden zwei weitere, aus Nordamerika stammende Fichten in den Nadelforsten kultiviert:

- die Sitka Fichte (Picea sitchensis) mit ihren sehr spitzen Nadeln,

welche oberseits 2 weiße Streifen aufweisen, und

- die Blaufichte (Piceae pungens) mit max. 10 cm langen Zapfen.

 

Gattung: Tanne (Abies)     

Familie: Kieferngewächse (Pináceae)

 

Die in Mittel-Europa dominierende Tannenart ist die nach ihrer weißlichen Borke benannte  Weiß-Tanne (A. álba).Wie die Fichte i.e.S. ist sie natürlicherweise in Gebirgswäldern anzutreffen und gilt dort als "zerstreut" bis "verbreitet"

 

Die Hauptunterschiede zwischen den Fichten und Tannen

betreffen neben der Borkenfärbung (s.o.) die Nadeln und Zapfen:

Die spitzen runden Nadeln der Fichten stehen im Idealfall nach allen Richtungen ab (oft aber auch nur im oberen Halbkreis), bei der Tanne liegen sie abgeflacht, sind am Ende eingekerbt und liegen m.o.w. in einer Ebene ("zweizeilig", gescheitelt). Außerdem weisen die Tannennadeln unterseits 2 weiße Wachsstreifen auf.

Die Zapfen der Fichten hängen zur Reife und fallen als Ganzes ab,

während die Zapfen der Tannenpollen aufrecht am Zweig stehen bleiben und  nach und nach  zerfallen (es "regnet" Schuppen).

 

 

 

Fichten- und Tannenpollen haben wie die Pollen der meisten anderen Nadelbäume nur eine geringe Antigenpotenz; nur wenige Prozent der Pollinotiker sind gegen diesen Pollentyp sensibilisiert (und dann auch gegen andere Pollentypen wie die Pollen der Rosskastanien).

 

Auch Kontaktlinsenträger - auch solche ohne Pollenallergie -  leiden unter den rel. großen Nadelbaumpollen. Zwischen Kontaktlinse und Hornhaut gelangte Pollen verursachen ein sehr lästiges Fremdkörpergefühl. Spezielle Brillen (mit Seitenschutz) mindern den Eintrag der Pollen.

 

Die in manchen Jahren in Massen freigesetzten Pollen der Fichten (und Kiefern) sind häufig beteiligt am Phänomen des "Schwefelregens" im Mai. Sein Resultat sind (schwefel-)gelbe Ränder an Wasserpfützen oder größeren stehenden Gewässern oder gelbe Staubablagerungen, die besonders gut auf glatten Flächen zu sehen sind (z.B.Autodächer). Neben Pollen der Nadelbäume tragen auch Eichen- und Rotbuchenpollen zum Schwefelregen bei.

 

 

 

 

 

Abb.1 Fichten am natürlichen Standort  (Quelle: wikipedia)

 

Abb.2 abgeworfener Fichtenzapfen (Gemeinde Ganderkesee 2011)

 

Abb.3 noch geschlossene männliche Blütenstände (Zapfen) der Weiß-Tanne  (20.April 2009 Delmenhorst)

 

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